Die Hantavirus-Infektion ist eine seltene, aber ernstzunehmende Viruserkrankung, die in Deutschland vor allem durch bestimmte Wildmäuse, insbesondere die Rötelmaus, übertragen wird. Eine Ansteckung erfolgt nicht durch bloßen Kontakt mit einer Maus, sondern in der Regel durch den Kontakt mit kontaminiertem Staub oder Ausscheidungen.
Was ist das Hantavirus?
Hantaviren sind Viren, die natürlich bei Nagetieren vorkommen. Die Tiere selbst erkranken meist nicht, scheiden das Virus jedoch über folgende Wege aus:
- Urin
- Kot
- Speichel
In Deutschland ist die Rötelmaus der Hauptüberträger des Puumala-Hantavirus.
Übertragungswege
Die häufigste Infektionsquelle ist das Einatmen von virusbelastetem Staub. Dies kann insbesondere in folgenden Situationen vorkommen:
- Auskehren von Schuppen, Kellern oder Dachböden
- Reinigen lange ungenutzter Räume
- Kontakt mit Mäusekot oder Nestmaterial
- Arbeiten in Holzlagern, Gartenhäusern oder Ställen
Selten ist eine Übertragung möglich durch:
- direkten Kontakt mit kontaminierten Materialien über kleine Hautverletzungen
- Bisse infizierter Nagetiere
Eine Übertragung von Mensch zu Mensch spielt bei den in Deutschland vorkommenden Hantaviren praktisch keine Rolle.
Symptome
Die Erkrankung beginnt oft plötzlich mit folgenden Symptomen:
- hohes Fieber
- starke Kopf-, Rücken- und Gliederschmerzen
- allgemeines Krankheitsgefühl
Weitere mögliche Symptome sind:
- Übelkeit
- Bauchschmerzen
- Sehstörungen
- Nierenprobleme
Viele Infektionen verlaufen jedoch mild oder sogar unbemerkt.
Gefahrenpotenzial
In Deutschland sind schwere Verläufe selten, aber möglich. Besonders gefährdet sind:
- Menschen mit geschwächtem Immunsystem
- ältere Personen
- Personen mit Vorerkrankungen
Die meisten Patienten genesen vollständig.
Verbreitung in Deutschland
Hantavirus-Fälle treten besonders in waldreichen Regionen auf, darunter:
- Baden-Württemberg
- Bayern
- Nordrhein-Westfalen
- Hessen
- Thüringen
Die Fallzahlen variieren stark von Jahr zu Jahr und hängen von der Population der Mäuse ab.
Wichtige Hinweise zur Reinigung
Achtung: Kein trockenes Fegen oder Staubsaugen, da hierdurch virushaltige Partikel aufgewirbelt werden können.
Sichere Reinigung in 6 Schritten:
- Raum zunächst gut lüften (mindestens 30 Minuten).
- Mäusekot oder Nester mit Desinfektionsmittel oder Wasser mit Haushaltsreiniger anfeuchten.
- Mit Einmalpapier aufnehmen.
- In geschlossenen Müllbeuteln entsorgen.
- Handschuhe tragen.
- Anschließend Hände gründlich waschen.
Bei starkem Befall wird zusätzlich empfohlen:
- FFP2-/FFP3-Maske tragen
- Schutzkleidung verwenden
Präventive Maßnahmen gegen Mäusebefall
Ein Schädlingsbekämpfer kann durch folgende Maßnahmen helfen:
- Abdichten von Eintrittsöffnungen
- Reduktion von Nahrungsquellen
- sichere Lagerung von Tierfutter
- regelmäßige Kontrolle von Kellern, Garagen und Dachböden
- professionelle Bekämpfung und Monitoring
Wichtige Einordnung
Auch wenn das Thema ernst ist:
- Nicht jede Maus trägt Hantaviren.
- Eine Infektion ist insgesamt selten.
- Das größte Risiko entsteht meist erst bei unsachgemäßer Reinigung von Mäuseausscheidungen.
Mit guter Hygiene und professioneller Schädlingsbekämpfung lässt sich das Risiko deutlich reduzieren.
Falls Sie weitere Fragen haben oder Unterstützung benötigen, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.



